Die 7 Todsünden eines Autors

7_Todsuenden

 

Welchen Eigenschaften solltest du als Autor auf keinen Fall haben? Hier die 7 Todsünden eines (erfolglosen) Schriftstellers:

1. Du beherrscht das Adlersuchsystem aus dem F und äh F

Okay, du willst deinen Roman also wirklich schreiben, indem deine beiden Zeigefinger ständig über die Tastatur kreisen, um dann im Sturzflug die richtigen Buchstaben zu treffen.
Ein Roman mit 100.000 Wörtern oder mehr wird dann eine lange Reise für dich.
Ich hoffe, du hast dann nicht auch noch Eigenschaft Nummer 2 für dich gepachtet …

2. Du bist ungeduldig

Ein Roman schreibt sich nicht an einem Tag. Es werden Wochen, Monate, vielleicht sogar Jahre vergehen, bis dein Roman fertig geschrieben ist. Ungeduld ist dabei nicht sehr hilfreich.
Dann willst du ihn veröffentlichen, gibst den 800 Seiten Schmöker erstmal ein paar Testlesern, um ein erstes Feedback zu bekommen.
Dafür werden sie etwas Zeit benötigen. Aber in der Zwischenzeit kannst du deinen Roman ja schon ein paar Verlagen anbieten. Angeschrieben sind sie schnell, aber die Antwort… ja, die kann erneut dauern. In der Zeit ist Frodo den Weg zum Schicksalsberg und wieder zurück mindestens dreimal gegangen.

3. Du bist ein Chaot

Es gibt so unendlich viel zu organisieren, wenn du ernsthaft schreiben willst. Deine Texte fliegen irgendwo auf der Festplatte rum? Du findest deine Texte kaum wieder und wenn, dann ist es vielleicht nicht die aktuelle Version?
Verlage schicken dir Dankesschreiben¹, weil du ihnen zum x-ten mal deinen Roman zugeschickt hast, nur weil du keine Übersicht angelegt hast, welchen Verlag du bereits angeschrieben hast? Dein Tagesablauf ist genauso unstrukturiert wie deine Festplatte? Wann deine Schreibzeit ist, weißt du nicht so genau? Chaoten haben es eben … Moment mal, wo habe ich den Zettel mit meinen Notizen hingelegt?

¹ Der Verlag verdient dank dir inzwischen mehr mit Papier-Recycling, als mit dem Verkauf von Büchern.

4. Du bist Perfektionist

Chaot darfst du nicht sein, Perfektionist auch nicht. Irgendwo dazwischen liegst du richtig. Denn Perfektionisten neigen dazu nie fertig zu werden. Nie! Es gibt immer etwas zu verbessern, zu ändern, umzuschreiben, … Perfektionismus = verkleidete Aufschieberitis

5. Du hast keine Disziplin

Schreiben lernt man durch Schreiben. Tag für Tag. Jeden Tag. Und möglicherweise wandert das am Vortag geschriebene im virtuellen Mülleimer. Tja, kann passieren, wird passieren. Dadurch darfst du dich aber nicht entmutigen lassen und musst trotzdem weiterschreiben.

6. Du hast kein dickes Fell

Trotz aller Widrigkeiten hast du deinen Roman fertig geschrieben. Dein Verlag hat ihn veröffentlicht. Meinen Glückwunsch! Jetzt ist er den Lesern hilflos ausgeliefert. Zwar bekommst du Lob, aber auch Kritiken wirst du einstecken müssen. Und die können heftig sein und werden sich in deiner Erinnerung mehr halten, als das Lob. Leg dir also ein dickes Fell zu. Zur Not tut es vielleicht auch der alte Pelzmantel deiner Oma.

7. Du bist kein Lügner

Du sollst immer ehrlich sein, aber nicht beim Roman schreiben. Denn du schreibst eine Geschichte und die wird nicht auf Tatsachen beruhen, sondern von dir von vorne bis hinten erstunken und erlogen sein. Leser lieben Autoren mit langen Nasen und kurzen Beinen. Also lüge und das so gut du kannst.

 

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12 Antworten auf „Die 7 Todsünden eines Autors“

  1. Todsünden eines Autors
    ich gebe zu, meine zwei Todsünden sind:
    Ungeduld und statt Chaos, Suchitis.
    Mir liegen mehr die Kurzgeschichten und Gedichte.
    Einen Roman zu schreiben, braucht man bekanntlich Geduld.
    Trotzdem hier mal von mir ein Gedicht:
    Mein Chaos

    Mein
    Chaos
    in mir
    und um
    mich
    herum
    ist
    manchmal
    so
    groß
    dass
    ich
    mich
    selber
    nicht
    mal
    mehr
    wieder
    finde

    Christine Kayser

      1. Danke für die Antwort Sascha. Ich hatte jetzt erst reingeklickt. Habe viele Termine zur Buchmesse gehabt, konnte nicht alles schaffen.
        Bin noch neu, was Facebook und mehr betrifft. Ans Bloggen traue ich mich nicht. Bin vorsichtig, will nicht plötzlich für etwas bezahlen müssen und komme dann nicht mehr raus.
        Deine Website ist toll gestaltet. Dafür bleibt sicher was anderes liegen?
        Ich bin unter http://www.christine kayser leipzig zu finden. Amazon und Elbverlag Torgau, epubli, usw. Tschüss

        1. Hallo Christine,

          Danke für dein Lob. Mein Blog hält sich vom Arbeitsaufwand in Grenzen. Die meiste Zeit geht für das Schreiben der Artikel drauf. Nach Möglichkeit versuche ich einen Artikel pro Woche zu veröffentlichen, was aber auch nicht immer klappt. Deine Webseite lässt sich nicht aufrufen. Ich bekomme jedenfalls immer die Meldung, dass die Seite nicht gefunden werden konnte.
          Dir noch einen schönen Tag. 🙂
          Sascha

          1. Ich nochmals, ich habe mich bestimmt vertippt. Eine richtige Website habe ich nicht, außer tippen habe ich mit Technik nichts am Hut. Jedoch kann ich sagen, dass ich eine Lese- und Schreibbesessene bin. Ich tobe mich im Forumromanum aus, das ist die Gruppe von Fred Lang Freds schräge Seiten und BaR Buch auf Reisen und viel viel mehr. Oder anklicken: “Im Auf und Ab des Lebens Erzählungen und Geschichten, die das Leben schrieb”. Es enthält Drama, Liebe Humor, Tod, was das Leben eben bereithält.
            http://www.christine kayser leipzig autorin
            In der Gruppe von Fred Lang Freds schräge Seiten.
            Wir helfen uns alle gegenseitig.

  2. Wo gibt’s so’n schönes, dickes Fell? Ich hab’ ja meinen ersten Roman veröffentlicht. Und auch meine Großmütter hatten nicht genug Geld, um es bei einem Kürschner auszugeben. – Naja, auchder beste Pelzmantel ist irgendwann auf!

    Liebe Grüße

    Christiane (Texthase Online)

  3. Verdammt! Auf mich treffen 4 Punkte zu. Ich bin ein Chaot und kann mich nicht organisieren, ich bin Perfektionist und werd nicht fertig. Ich bin absolut ungeduldig und Disziplin? Was ist das? Kann man das essen?

    Ich komme trotzdem irgendwie vorwärts. Hoffendlich auch mal zu einem Ende.

  4. Ich nehme dann mal Punkt 2, 3 und 5. Wobei ich das Chaos mittlerweile wirklich verdammt gut in den Griff bekommen habe. Anscheinend muss man als Autor ein Stück Papier so lange suchen, bis man in Panik verfällt, es verloren zu haben. Dann, spätestens dann, baut man ein System auf. So hat es zumindest bei mir funktioniert und tut es nun seit Jahren. Allerdings habe ich mich dabei zu 90% von Papier getrennt und vertraue meiner Dateiablage.

    Schöner Artikel. 😉

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