FocusWriter in 5 Minuten

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Seit einiger Zeit empfehle ich FocusWriter für ablenkungsfreies Schreiben über meinen Twitter-Account. FocusWriter nutze ich seit ein paar Jahren. Warum? Weil das Schreibprogramm im Vergleich zu ähnlichen „Zen-Schreibprogrammen“ für verschiedene Betriebssysteme erhältlich ist. Die Oberfläche (obwohl man sie die meiste Zeit nicht sieht) ist immer gleich. Egal  ob ich FocusWriter auf meinem iMac oder auf einem Windows PC einsetze.

In diesem Tutorial möchte ich auf Funktionen und Einstellungen eingehen, die viele Fragen beantworten werden, die mich in der Vergangenheit erreichten.
Die Bildschirmfotos zeigen das Programm auf einem Mac. Die Menüs, bis auf das „Einstellungen“-Menü, befinden sich unter Windows an der gleichen Stelle. Beziehungsweise gibt es das „Einstellungen“-Menü, auf einem Mac, doppelt, was vermutlich auch zu den Fragen führt, die mich immer wieder erreichen.
In diesem Tutorial unterscheide ich deshalb auch zwischen „FocusWriter -> Einstellungen -> …“ und „Einstellungen -> …“ was aber nur die Mac-User betrifft. Windows Nutzer finden alle Einstellungen unter „Einstellungen -> …“ Logisch, oder? 😉
Jetzt aber genug der verwirrenden Worte, los geht’s.

Allgemeine Einstellungen

Unter „FocusWriter -> Einstellungen -> Allgemein“ findet man die Einstellungen zum Tagesziel. Du hast hoffentlich ein Tagesziel! 😉 Ich finde die Funktion unverzichtbar. Zum Beispiel beim NaNoWriMo, um auch wirklich die 50.000 Wörter in 30 Tagen (1.667 am Tag) zu schaffen.
Du hast jeden Tag nur 30 Minuten Zeit? Dann stelle diese Zeit als dein Tagesziel ein. Den Fortschritt deines Tagesziels kannst du sehen, sobald du mit dem Mauszeiger an den unteren Rand des Programmfensters kommst.

Kommen wir zu „FocusWriter -> Einstellungen -> Allgemein -> Bearbeitung“
„Immer mittig ausrichten“ bewirkt, dass die aktuelle Schreibposition immer in der Mitte des Bildschirms ist. Vergleichbar mit dem Schreiben auf einer Schreibmaschine, wo die aktuelle Zeile auch immer an derselben Position ist, während das Papier nach oben geschoben wird.
„Eingabemarkierung als Block darstellen“ habe ich bei mir ebenfalls aktiviert. Der Textcursor wandelt sich vom schmalen Strich zu einem dicken Block. So kann ich ihn besser erkennen. Das ist aber Geschmackssache und eine Frage der eigenen Sehstärke.
„Geglättete Schriften“ ist selbsterklärend. Pixelige Schriften werden geglättet und sehen dadurch besser aus.
Unter „Typographische Anführungszeichen“ stellt man seine gewünschten Zeichen ein. Diese Einstellung sollte auch keiner Erklärung bedürfen.
„Tippgeräusche“ habe ich bei mir deaktiviert. Wer unbedingt dem Klang einer alten Schreibmaschine lauschen möchte, der kann hier ein Häkchen machen.

Eine wichtige Funktion findet man unter „FocusWriter -> Einstellungen -> Allgemein -> Szenen“. Wer einen Roman mit FocusWriter schreibt, der sollte sich angewöhnen seine Szenen mit dem hier eingestellten Teiler zu markieren.

Zum Beispiel:

## Kapitel 1 – Das Treffen
[Hier dann der Text]
## Kapitel 2 – Der Anruf
[Hier dann wieder Text]
usw

Die so markierten Szenen tauchen auf der linken Seite des Programmfensters auf, sobald man mit der Maus in diesen Bereich kommt. Soll eine Szene verschoben werden, dann kann man einfach eine mit der Maus anklicken und mit festgehaltener Maustaste an die gewünschte Position ziehen.

Unter „FocusWriter -> Einstellungen -> Allgemein -> Speichern“ solltest du „Änderungen automatisch speichern“ angewählt haben. Auch die „Positon der Eingabemarkierung merken“ ist hilfreich. So befindet man sich nach einem Programm-Neustart an genau der Stelle, an der man mit dem Schreiben aufgehört hat.

Kommen wir zu „FocusWriter -> Einstellungen -> Statistiken“. Hier wird eingestellt, ob Wörter, Seiten usw gezählt werden sollen. Auch stellt man hier die Seitengröße ein, z.B. 1800 Zeichen für eine Normseite.

Die aktuelle Statistik siehst du, sobald du mit dem Mauszeiger an den unteren Rand des Programmfensters kommst.

„FocusWriter -> Einstellungen -> Allgemein -> Rechtschreibprüfung“ habe ich deaktiviert. Nicht weil ich fehlerlos schreibe, sondern weil mich die roten Kringel einfach nur ablenken und mich die korrekte Rechtschreibung bei einem Entwurf auch in keiner Weise interessiert. Wenn ich mit meinem Text inhaltlich zufrieden bin, kann ich die Funktion immer noch über die Symbolleiste oder das entsprechende Tastaturkürzel aufrufen und die Jagd nach Fehlern beginnen.

Unter „FocusWriter -> Einstellungen -> Symbolleiste“ kann man seine Funktionen an- und abwählen, die man in der Symbolleiste angezeigt bekommen möchte. Hier kann man z.B. die Rechtschreibprüfung ergänzen und zukünftig mit einem Klick starten.

Die Symbolleiste erscheint, sobald man mit dem Mauszeiger den oberen Rand des Programmfensters erreicht.

Damit die Symbolleiste auch erscheint, muss im Menü „Einstellungen“ das Häkchen bei „Symbolleiste zeigen“ gesetzt sein.

Wer Tastaturkürzel nutzen möchte, der kann unter „FocusWriter -> Einstellungen -> Shortcuts“ die entsprechenden Funktionen mit Tastenkombinationen belegen.

Design Einstellungen

Unter „Einstellungen -> Designs…“ kann man das Aussehen von FocusWriter seinem eigenen Geschmack anpassen. Klicke auf „Hinzufügen“ um ein Design zu erstellen, oder wähle ein bestehendes aus und gehe auf „Ändern“, wenn du es bearbeiten möchtest. Auch ein „Entfernen“ von Designs ist möglich, wenn es dir nicht mehr gefällt.

„Stil“ stellt Anzeige-Optionen bereit, wenn Du ein Bild als Hintergrund ausgewählt hast (dazu auf den leeren Rahmen klicken). Bei „Farbe“ wählst du die Farbe für den äußeren Bereich.

In den Einstellungen für den „Vordergrund“ kann man ebenfalls eine Farbe auswählen. Persönlich habe ich bei Vorder- und Hintergrund dieselbe Farbe eingestellt.
Bei „Größe“ stellt man die Breite ein, die als Schreibfläche genutzt werden soll.

Unter „Text“ stellt man die Farbe des Textes ein und welche Schriftart man verwenden möchte. Diese Einstellung vermutet hier offenbar niemand, da dies die meist gestellte Frage ist. “Wo stelle ich die Schriftart ein?” Die Frage ist hiermit beantwortet. 😉

Und weitere Einstellungen finden sich unter „Abstände“.

Alle Einstellungen unter „Einstellungen ->Design…“ hängen vom persönlichen Geschmack ab. Daher sollte jeder ausprobieren, wie sich Einstellungen auf die Darstellung des Textes auswirken. Einfach einen langen Text laden und mit den Optionen rumspielen. Vergeude damit aber nicht zu viel Zeit. Schließlich willst du ja auch noch einen Roman schreiben. 😉

Weitere Funktionen

Ein Blick ins „Bearbeiten“-Menü. Zwei Menüpunkte kurz erklärt.
„Rohtext einfügen“. Im Gegensatz zum normalen „Einfügen“, werden hier alle Formatierungen des Textes aus der Zwischenablage vor dem Einfügen entfernt.
Dann noch zu „Szene auswählen“. Du erinnerst dich an die Verwendung des Teilers, der Standardmäßig als zwei Rauten ## eingestellt ist? Egal wo du dich im Text befindest. Mit „Szene auswählen“ wird genau die Textstelle markiert, die mit einer ## eingeleitet wurde und reicht bis zur nächsten Markierung, sofern vorhanden. Einfach ausprobieren.

Unter „Einstellungen -> Hervorgehobener Text“ stellt man das Verhalten der Textdarstellung ein. Hervorgehoben wird immer der Text, in der sich der Textcursor befindet.

Unter „Werkzeuge -> Wecker“ kann man sich von FocusWriter zu einer festgelegten Uhrzeit oder nach einer bestimmten Zeitdauer wecken, bzw. erinnern lassen. So lässt sich z.B. leicht die Pomodoro Technik zum Schreiben nutzen.

Schlußworte

Geschafft. Du bist am Ende meines Tutorials für FocusWriter angelangt. Ich hoffe, dir konnte diese kleine Funktionsübersicht weiterhelfen.
Hast du noch Fragen, Anmerkungen, Lob oder Kritik? Ich freue mich über deinen Kommentar.

Eine letzte Bitte:
FocusWriter kann kostenlos runtergeladen werden. Wenn dir das Programm gefällt, dann lasse dem Programmierer ein Trinkgeld zwischen 1$ und 20$ über Paypal zukommen. Danke. 🙂

Links zum Artikel:

11 Antworten auf „FocusWriter in 5 Minuten“

    1. Hallo!

      Stimmt, zum Text reinhacken ist es ideal. Ich nehme es z.B. immer für den NaNoWriMo. Für die Überarbeitung wechsel ich dann auch zu einem anderen Programm, in meinem Fall “Papyrus Autor”. Welches Programm nimmst du denn für die Überarbeitung?

      Gruß
      Sascha

  1. Hui, das war jetzt aber ein verdammt ausführlicher Artikel, genauso wie ich es liebe 🙂 Ich könnte natürlich selber nachschauen, aber ich bin gerade auf dem iPad über Tweetbot am twittern, gibt es das Teil auch für den Mac?

    Ich bin übrigens selber ein großer Fan der Pommodoro-Technik, schön, dass Focuswriter das bereits eingebaut hat.

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