Liebster Award – 10 Fragen und 10 Antworten

Hanna Mandrello hat mich für den Liebster Award nominiert. Dafür vielen Dank. Gerne habe ich mich der Fragen angenommen und gebe an dieser Stelle die Antworten:

1. Eine Fee erscheint dir nachts im Traum und du darfst dir eine persönliche Fähigkeit wünschen, die du nach dem Aufwachen für immer haben wirst. Welche würdest du nehmen und was willst du damit anstellen?

Liebe Fee, ich wünsche mir die Fähigkeit, durch berühren eines Buches den Inhalt vollständig zu erfassen. Auf diese Weise könnte ich meinen SuB endlich bezwingen.

2. Du sitzt früh morgens zusammen mit einem Mann in der U-Bahn, der genau das Buch liest, das du auch unbedingt lesen willst, aber noch nicht gekauft hast. Als er aussteigen will, steckt er es außen in seine Aktenmappe, verliert das Buch aber, weil er es nicht richtig in die Tasche gesteckt hat. Das Buch liegt vor dir auf dem Boden. Niemand anderes sieht es, auch der Mann nicht, der noch an der Tür steht und wartet, dass die U-Bahn hält. Was würdest du tun?

Meine neue Fähigkeit ausprobieren und das Buch anschließend dem Mann zurückgeben.

3. Jemand will dir etwas schenken. Du hast die Wahl zwischen einem Kindle und einem absolut noblem Edel-Füllfederhalter. Wofür würdest du dich entscheiden und warum?

Einen Kindle habe ich schon, also würde ich mich für einen Füllfederhalter entscheiden. Darf ich mich festlegen? Ich hätte gerne einen „Waterman Regular“. Über diesen Füllfederhalter habe ich vor einigen Jahren eine Kurzgeschichte (mit knapp 80 Seiten dann doch nicht so kurz) geschrieben. Wenn ich diesen Füllfederhalter bekommen würde … wow! Also falls das hier jemand liest, der etwas spenden möchte. Ich will nicht aufdringlich wirken, aber … „Hier … hier … hiiiiiieer bin ich!“

4. Stephen King bittet dich auf ein Abendessen zu sich und seiner Frau nachhause. Was ziehst du an, was nimmst du als Geschenk mit?

Die Kleidung wird überwiegend schwarz sein. Auf meinem T-Shirt befindet sich ein Logo aus einem bekannten Film oder ein Spruch.
Als Geschenk bringe ich eine Nasenflöte mit.

5. Wegen einer ansteckenden Krankheit, gegen die es noch kein Mittel gibt, wirst du vermutlich ein Jahr allein auf einer Insel verbringen. Du darfst nur eine kleine Sporttasche mit Dingen zu deinem Zeitvertreib mitnehmen. Es gibt auf der Insel weder Internet noch WLan. Was wäre in deiner Tasche und was planst du für die Zeit?

In die Sporttasche kommt das Kartenspiel „Geschichten Erfinder“. Dann wird mir nicht so schnell langweilig.
Außerdem kommt mein Zauberwürfel mit hinein. Im Laufe der Jahre bin ich etwas eingerostet. Persönliche Bestzeit liegt bei 42 Sekunden bis zum vollständigen zurückdrehen. (Immerhin eine der besten Zahlen der Welt, dicht gefolgt von der 23)
Ist noch Platz, dann kommt noch ein Gedichtband in die Tasche. Genug Zeit zum auswendig lernen habe ich ja.

6. Dein Partner stellt dich vor die Wahl. Entweder er/sie oder das Schreiben. Wie reagierst du?

Ich schreibe ihr einen Abschiedsbrief. 🙂

7. Du hast eine Kurzgeschichte geschrieben, die du unglaublich toll findest. Aber alle um dich herum finden sie ganz furchtbar. Ändert das deine Einstellung zu deiner Geschichte?

Nein. Ist mir vor Jahren mit meiner Kurzgeschichte „Ben“ passiert. Ich fand sie einfach nur toll. Alle anderen „Aaarg, was soll das sein?“ Okay, ich kenne nur eine weitere Person persönlich, der die Geschichte von „Ben“ auch gefallen hat. Aber das beste daran … es gab etwa ein halbes Jahr später einen Schreibwettbewerb zum Thema „Skurril & abgedreht“. Und wer ist aus über 800 Einsendungen ausgewählt und veröffentlicht worden? Wer wohl? Na? Na? 🙂

8. Was gibt dir das Schreiben und/oder Bloggen?

Das Schreiben entspannt mich. Die Geschichten müssen einfach aus meinem Kopf raus. Es passiert auch durchaus, dass ich mitten in der Nacht aufstehe, um mal eben schnell etwas in meinen Rechner zu hacken. Mein iMac ist immer im Ruhezustand und auf Knopfdruck sofort einsatzbereit.
Außerdem freue ich mich darüber, wenn ein Artikel auf meinem Blog kommentiert wird und der eine oder andere ihn hilfreich gefunden hat.

9. Mit welchem zeitgenössischen Schriftsteller würdest du dich gern im Café treffen und mal ausgiebig über sein letztes Buch und seine Arbeit plaudern?

Nun, mit Stephen King habe ich ja gerade erst zusammen gesessen, dann würde ich gerne Sebastian Fitzek treffen.

10. Heute in fünf Jahren. Was hast du dann in Sachen Schreiben und Veröffentlichen erreicht?

Dann wird ein Buch mit meinen besten Kurzgeschichten veröffentlich sein. Da es dafür keinen Markt gibt, wird es wohl auf Self Publishing hinauslaufen. (Ich liebe Kurzgeschichten, habe ich das schon erwähnt?)

Das waren meine Antworten auf die Fragen von Hanna.

Und jetzt … ?

Jetzt sollte ich eigentlich neue Blogs für den Award nominieren – eigentlich. Denn die für mich interessanten Blogs wurden schon nominiert (teilweise auch mehrfach). Außerdem ist das eine Sache der Mathematik, dass das System nicht ewig funktionieren kann. Denn irgendwann hat jeder jeden x-fach nominiert.  So groß ist die Schreib-Szene ja nicht.
Darum, liebe Hanna, sei mir bitte nicht böse, dass ich an dieser Stelle die Kette enden lasse und keine weiteren Blogs nominiere. Es hat mir aber sehr viel Spaß gemacht, mich deinen Fragen zu stellen. 🙂

Stürmische (Schreib)Zeiten

Darf ich vorstellen? Dort hinten, das ist Elon. Und der hier vorne, momentan extrem aktiv, heißt Felix. Das sind zwei höllisch windige Gesellen. Während Elon schon etwas außer Atem ist, lässt Felix noch seine Muskeln spielen. Hauptsache er hat sich auch bald ausgetobt…

Es stürmt in Deutschland. Ein Orkan folgt dem Nächsten und der Wetterdienst geht fleißig das ABC für seine Namenswahl durch. Mein Gewächshaus im Garten hat entsprechend gelitten. Zwar hat das Fundament das Grundgerüst fest im Griff, doch sind die Glasscheiben heute über das gesamte Grundstück verteilt worden.

“Ähhhh…”

Nein, du bist nicht auf dem falschen Blog. Aber du fragst dich mit Sicherheit, was hat das denn mit dem Schreiben zu tun?

Eines Tages fasst man einen Entschluss. Man fängt an zu planen, besorgt die nötigen Materialien und legt los. Genauso habe ich es vergangenen Sommer mit meinem Gewächshaus getan. Ich musste viel Denkarbeit investieren (eine Aufbauanleitung, die ihren Namen nicht verdient), bevor das Objekt der Begierde fertig vor mir stand.
Dann habe ich das Projekt ruhen lassen. Und wer kommt jetzt vorbei und zeigt mir die ganzen Schwachstellen?

Die Test(b)leser [sic!]

Viel Zeit habe ich investiert und mein Roman war schließlich fertig geschrieben. Nach einer Reifezeit habe ich ihn nochmal überarbeitet. Dann habe ich ihn meinen Testlesern gegeben. Erinnerst du dich? Genau, in die Hände von Elon und Felix. Und die haben exakt das getan, was auch der Orkan mit meinem Gewächshaus angestellt hat. Mir die Stellen gezeigt, wo es hakt, wo es nicht stimmig ist, wo es unverständlich ist. Sie haben an den Schwachstellen angesetzt, und dann lagen die Kapitel wie ein Scherbenhaufen vor mir. Rote Kringel, grüne Kreise, blaue Kästchen, … Testleser können diesbezüglich sehr kreativ sein.

Und was jetzt? Gebe ich auf? Entsorge ich den Roman?
Nein!
Das Grundgerüst meines Romans steht ja noch. Jetzt heißt es die Scherben einzusammeln, den Orkan abzuwarten, um dann neue, bessere Kapitel einzusetzen. Wenn ich damit fertig bin, dann kommt der nächste Sturm. Aber vielleicht wird es auch nur eine leichte Sommerbrise.

Aufschieberitis

Es ist Wochenende. Endlich hast du Zeit. Du sitzt hoch motiviert am Rechner und nun soll es losgehen. Der Roman, der dir seit geraumer Zeit im Kopf rumgeistert, soll zu Papier gebracht werden. Du träumst schon davon, wie du das fertige Buch für deine Leser auf Lesungen signierst. Die Verkaufszahlen sind gigantisch und finanziell hast du ausgesorgt. Dein Schreibprogramm ist geöffnet und du willst direkt loslegen, da gibt es das vertraute PLING deines Email-Programms – eine Email ist eingetroffen – die kannst du ja noch schnell lesen, dann geht es aber auch wirklich los. Na gut, noch eben rasch bei Facebook reinschauen, wenn du schon dabei bist. Twitter erledigst du natürlich auch gleich mit. Ein interessanter Link… das Telefon klingelt… und plötzlich sagst du dir: Morgen ist ja auch noch ein Tag!

Ablenkungen abschalten! Einfach mal das Netzwerkkabel abziehen, das Kabel vom Telefon gleich mit. Schild an die Tür: Bitte nicht stören! Simpel, aber wirkungsvoll.

Am nächsten Tag siehst du das Endprodukt förmlich vor Augen. Deinen Roman. 500 Seiten sollte er ja schon mindestens haben … eine Trilogie oder ein ganzer Zyklus wäre eigentlich noch besser …
Es ist ja klar, dass du den Roman nicht am Stück schreiben wirst. Aber am Ende liest den dann vielleicht doch niemand. Zweifel kommen auf und die vergeudete Zeit hättest du dann sinnvoller nutzen können. Da meldet sich dein Email-Programm wieder… PLING Ein Freund hat dir einen Link zu einem unterhaltsamen Youtube Video geschickt. Du klickst… Du sagst dir: Morgen, ja morgen geht es aber wirklich los.

Angst vor dem Erfolg?

Du kommst nach Hause. Ein 10-Stunden-Arbeitstag deines Brotjobs liegt hinter dir. Dein Schreibprogramm ist wieder geöffnet. Du gehst in Gedanken, nicht zum ersten Mal,  deine Geschichte durch. Noch bevor du ein Wort geschrieben hast, musst du zur Sicherheit nochmal in einen deiner Schreibratgeber nachschlagen, wie man die Sache mit dem Anfang am besten löst. Schreibe nicht über das Wetter, lasse deinen Protagonisten nicht aus dem Fenster schauen. Du willst schließlich keine Fehler machen. Du willst einen perfekten Roman abliefern.

Perfektionismus ist verkleidete Aufschieberitis. Werde unperfekter!

So ziehen die Tage und Wochen ins Land. Von deinem Roman ist noch kein einziges Wort geschrieben. Du könntest jederzeit anfangen … Aber ohne es zu merken, bist du in der Aufschieberitis-Falle gefangen.

Meine Lösungsvorschläge:

  • Anstatt gleich den Roman als Ganzes zu betrachten, solltest du ihn in kleine Teilaufgaben zerlegen. Entwickel deine Charaktere, plotte deine Handlung. Wenn du recherchieren musst, dann kommt das ebenfalls als Teilaufgabe auf deine Liste, die du Stück für Stück abarbeitest.
  • Gönne dir auch eine Belohnung, wenn du eine Teilaufgabe deines Romans erledigt hast. So bleibst du motiviert. Definiere diese Belohnungen aber vorher!
  • Schaffe dir Rituale (eine Tasse Kaffee zum Anfang, den Bleistift anspitzen, …). Das Gehirn lässt sich leicht in einen Zustand bringen, wo du quasi von selbst schreibst. Gewohnheit ist alles!
  • Schreibe nicht nach deinem Brotjob. Die meisten sind danach völlig ausgelaugt. Stehe täglich eine Stunde eher auf. Beginn dein Ritual und dann hau in die Tasten. Der frühe Vogel fängt den Wurm. Und der frühe Autor schreibt mehr Text.
  • Beseitige Zweifel. Wenn dir Ideen fehlen, dann nutze Kreativitätstechniken (z.B. die AIM), mangelnde Rechtschreibung kann man durch Lernen verbessern, ansonsten gibt es ja auch noch das Korrektorat.
  • Dein Roman muss nicht perfekt sein, denn den „perfekten Roman“ gibt es nicht. Du wirst immer Stellen finden, wo du nochmal eben was ändern musst. Hier ein Wort, dort ein Satz und der Roman wird und wird nicht fertig. Also werde unperfekter.

Bist du immer noch in der Aufschieberitis-Falle gefangen? Dann befreie dich JETZT. 😉
Über Kommentare freue ich mich natürlich auch zu diesem Thema.

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