Auszug aus dem Camp NaNoWriMo

Die vergangenen vier Wochen war es recht still um mich. Einige haben mich gefragt, was ich denn zur Zeit machen würde. Nun, ich war im Camp NaNoWriMo. Im Vorfeld hatte ich mein Projekt geplant und mir als Ziel 50.000 Wörter gesetzt, wie die Zielsetzung beim „normalen“ NaNoWriMo im November ja auch ist.

Ich wollte mich nicht noch zusätzlich unter Druck setzen, und habe meine Teilnahme daher nicht an die große Glocke gehängt, denn es war fraglich, ob ich das Camp überhaupt durchziehen kann.
Viele Verpflichtungen zwingen mich aktuell dazu, meine Schreibzeit sehr genau festzulegen, damit ich überhaupt etwas zu Papier bekomme. Aber wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

Mein Wecker verrichtete immer um vier Uhr morgens seinen Dienst. Da mein Brotjob erst um sechs Uhr beginnt, blieben mir jeden Tag gut eine Stunde zum Schreiben, bevor ich mich Richtung Arbeitswelt aufmachen durfte. Okay, ich habe zu hören bekommen, dass ich wahnsinnig wäre, aber es ist wie mit allen Dingen. Die Macht der Gewohnheit lässt einen einiges bewältigen. Zugegeben, die ersten Tage kam ich auch nicht so recht in Schwung. Aber schon nach einer Woche war ich so gut im Schreibfluss, dass ich stetig mein Polster beim Camp ausbauen konnte.

Gestern Abend war es dann auch soweit. Nachdem ich den Samstag in drei Schreibsessions unterteilt hatte, konnte ich mein Projekt „Es wird Zeit“ vorzeitig beenden. Am Ende stehen 52.189 Wörter auf der Haben-Seite. Somit kann ich mit geschwollener Brust aus dem Camp ausziehen und habe einen weiteren Entwurf vorliegen, der entsprechend überarbeitet werden kann, wenn etwas Zeit vergangen ist.

Wie geht es weiter?
Nun, ich habe noch einiges an Texten, die ich überarbeiten muss. Dann sind auch weitere Artikel für meinen Blog in Planung, bzw. sind einige schon als Entwurf auf meiner Festplatte. Da einige „How to …“ dabei sind, müssen noch etliche Screenshots angefertigt und passende Markierungen eingefügt werden. Außerdem habe ich damit experimentiert Tutorial-Videos aufzunehmen. Ich denke, das ist auch eine schöne Möglichkeit, den einen oder anderen Softwaretipp verständlich rüberzubringen.
Oder was meint ihr dazu?

Auf jeden Fall: Ich bin noch da! Und hier geht es bald wieder weiter!

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Die 7 Todsünden eines Autors

7_Todsuenden

 

Welchen Eigenschaften solltest du als Autor auf keinen Fall haben? Hier die 7 Todsünden eines (erfolglosen) Schriftstellers:

1. Du beherrscht das Adlersuchsystem aus dem F und äh F

Okay, du willst deinen Roman also wirklich schreiben, indem deine beiden Zeigefinger ständig über die Tastatur kreisen, um dann im Sturzflug die richtigen Buchstaben zu treffen.
Ein Roman mit 100.000 Wörtern oder mehr wird dann eine lange Reise für dich.
Ich hoffe, du hast dann nicht auch noch Eigenschaft Nummer 2 für dich gepachtet …

2. Du bist ungeduldig

Ein Roman schreibt sich nicht an einem Tag. Es werden Wochen, Monate, vielleicht sogar Jahre vergehen, bis dein Roman fertig geschrieben ist. Ungeduld ist dabei nicht sehr hilfreich.
Dann willst du ihn veröffentlichen, gibst den 800 Seiten Schmöker erstmal ein paar Testlesern, um ein erstes Feedback zu bekommen.
Dafür werden sie etwas Zeit benötigen. Aber in der Zwischenzeit kannst du deinen Roman ja schon ein paar Verlagen anbieten. Angeschrieben sind sie schnell, aber die Antwort… ja, die kann erneut dauern. In der Zeit ist Frodo den Weg zum Schicksalsberg und wieder zurück mindestens dreimal gegangen.

3. Du bist ein Chaot

Es gibt so unendlich viel zu organisieren, wenn du ernsthaft schreiben willst. Deine Texte fliegen irgendwo auf der Festplatte rum? Du findest deine Texte kaum wieder und wenn, dann ist es vielleicht nicht die aktuelle Version?
Verlage schicken dir Dankesschreiben¹, weil du ihnen zum x-ten mal deinen Roman zugeschickt hast, nur weil du keine Übersicht angelegt hast, welchen Verlag du bereits angeschrieben hast? Dein Tagesablauf ist genauso unstrukturiert wie deine Festplatte? Wann deine Schreibzeit ist, weißt du nicht so genau? Chaoten haben es eben … Moment mal, wo habe ich den Zettel mit meinen Notizen hingelegt?

¹ Der Verlag verdient dank dir inzwischen mehr mit Papier-Recycling, als mit dem Verkauf von Büchern.

4. Du bist Perfektionist

Chaot darfst du nicht sein, Perfektionist auch nicht. Irgendwo dazwischen liegst du richtig. Denn Perfektionisten neigen dazu nie fertig zu werden. Nie! Es gibt immer etwas zu verbessern, zu ändern, umzuschreiben, … Perfektionismus = verkleidete Aufschieberitis

5. Du hast keine Disziplin

Schreiben lernt man durch Schreiben. Tag für Tag. Jeden Tag. Und möglicherweise wandert das am Vortag geschriebene im virtuellen Mülleimer. Tja, kann passieren, wird passieren. Dadurch darfst du dich aber nicht entmutigen lassen und musst trotzdem weiterschreiben.

6. Du hast kein dickes Fell

Trotz aller Widrigkeiten hast du deinen Roman fertig geschrieben. Dein Verlag hat ihn veröffentlicht. Meinen Glückwunsch! Jetzt ist er den Lesern hilflos ausgeliefert. Zwar bekommst du Lob, aber auch Kritiken wirst du einstecken müssen. Und die können heftig sein und werden sich in deiner Erinnerung mehr halten, als das Lob. Leg dir also ein dickes Fell zu. Zur Not tut es vielleicht auch der alte Pelzmantel deiner Oma.

7. Du bist kein Lügner

Du sollst immer ehrlich sein, aber nicht beim Roman schreiben. Denn du schreibst eine Geschichte und die wird nicht auf Tatsachen beruhen, sondern von dir von vorne bis hinten erstunken und erlogen sein. Leser lieben Autoren mit langen Nasen und kurzen Beinen. Also lüge und das so gut du kannst.

 

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Kreatief

 

Du steckst im Kreatief? Absoluter Stillstand? Auch eine der unzähligen Kreativitätstechniken bewirkt bei dir nichts?

Es bringt dich nicht weiter, wenn du nur an deinem Schreibtisch sitzt und, außer das du den blinkenden Cursor auf dem Monitor anstarrst, sonst nichts passiert.
Also zieh dich an und gehe raus – völlig ohne Druck. Egal ob du im Winter durch den tiefen Schnee stiefeln musst, oder du im Sommer in Flipflops über die Blumenwiese spazieren gehst. Verhältnismäßig rasch fällt dir etwas Neues ein – Dank der vielen Erlebnisse und Eindrücke, die du bei deinem Spaziergang machen wirst.

Auch der Besuch eines Museums, eines Kinofilms, eines Flohmarkts bewirkt ein kleines Wunder. Überall erwartet dich eine Menge Inspiration. Lass dich einfach treiben und überraschen, wohin es dich verschlägt. Je ungewöhnlicher für dich, umso inspirierender kann es für dich sein.

Keine lust hinauszugehen?

Dann hilft möglicherweise ein Blick in die Tageszeitung weiter, die vollgestopft mit potenziellen Geschichten ist. Und vor ein paar Monaten hattest du dir doch so ein Wissenschaftsmagazin gekauft. Erinnerst du dich? Das liegt auch noch ungelesen auf dem Wohnzimmertisch herum und wartet darauf von dir entdeckt zu werden. Bestimmt kommen dir beim Lesen viele prächtige Ideen.

Und ehe du dich versiehst, bist du raus aus dem Kreatief und wieder in vollem Umfang kreativ. Dann bleibt auch der Cursor auf dem Monitor nicht mehr auf derselben Stelle stehen, sondern rast von Zeile zu Zeile.

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Entdecke die Welt mit allen Sinnen

Du gehst spazieren und beobachtest deine Umgebung.
Immer hast du dein Notizbuch parat und machst fleißig Eintragungen…
Doch mit welchen Augen betrachtest du die Welt, die du in dein Büchlein schreibst? Mit deinen eigenen Augen als Autor? Oder siehst du die Welt durch die Augen eines Kindes? Etwa durch die Augen eines Blinden? Eventuell nimmst du die Welt aber auch als Hund wahr?

Nicht?

Vielleicht solltest du es aber mal ausprobieren.

Vieles blendet dein Bewusstsein einfach aus, weil es schon alles kennt. Besser gesagt, es meint vielmehr alles zu kennen.

Öffne nicht nur deine Augen.
Öffne deine Sinne.
Alle!

Mach einen Spaziergang. Dann mach den Spaziergang erneut. Dieses Mal aber als Kind. Plötzlich entdeckst du eine kleine Botschaft, die in einem Baum geritzt wurde. Oder das blaue Spielzeugauto, das ein anderes Kind verloren hat und das nun lieblos im Matsch liegt. Und was ist mit dem Luftballon, der am Himmel schwebt? Hättest du ihn mit deinen  Autorenaugen wahrgenommen? Wie fühlt sich eigentlich der Baum an, in dem die Liebesbotschaft eingeritzt wurde? Umarme ihn doch einfach! Ertaste ihn, fühle ihn.

Jetzt stelle dir vor, du machst den Spaziergang nochmal, aber du kannst nichts sehen. Wie wirkt die Umgebung jetzt auf dich? Von der Liebesbotschaft weißt du (noch) nichts. Könntest aber durch abtasten des Baumes Kenntnis von ihr bekommen. Dein Langstock, der dich durch die Umwelt leitet, stößt gegen das Spielzeugauto… Geräusche werden bedeutender, genauso wie Gerüche. Der Luftballon wird dir aber vermutlich entgehen…

Auch ein Spaziergang als Hund würde dich wieder vollkommen andere Dinge wahrnehmen lassen. Ständig diese interessanten Gerüche, doch diese Leine um deinen Hals…

So kannst du den gleichen Spaziergang immer wieder machen und jedes Mal wirst du etwas neues entdecken. Details, die ihre eigene Geschichte schildern. Details, die du in deine Geschichten einbauen kannst.

Mache einen Spaziergang, aber mache ihn als … das überlasse ich dir! 😉

Stürmische (Schreib)Zeiten

Darf ich vorstellen? Dort hinten, das ist Elon. Und der hier vorne, momentan extrem aktiv, heißt Felix. Das sind zwei höllisch windige Gesellen. Während Elon schon etwas außer Atem ist, lässt Felix noch seine Muskeln spielen. Hauptsache er hat sich auch bald ausgetobt…

Es stürmt in Deutschland. Ein Orkan folgt dem Nächsten und der Wetterdienst geht fleißig das ABC für seine Namenswahl durch. Mein Gewächshaus im Garten hat entsprechend gelitten. Zwar hat das Fundament das Grundgerüst fest im Griff, doch sind die Glasscheiben heute über das gesamte Grundstück verteilt worden.

“Ähhhh…”

Nein, du bist nicht auf dem falschen Blog. Aber du fragst dich mit Sicherheit, was hat das denn mit dem Schreiben zu tun?

Eines Tages fasst man einen Entschluss. Man fängt an zu planen, besorgt die nötigen Materialien und legt los. Genauso habe ich es vergangenen Sommer mit meinem Gewächshaus getan. Ich musste viel Denkarbeit investieren (eine Aufbauanleitung, die ihren Namen nicht verdient), bevor das Objekt der Begierde fertig vor mir stand.
Dann habe ich das Projekt ruhen lassen. Und wer kommt jetzt vorbei und zeigt mir die ganzen Schwachstellen?

Die Test(b)leser [sic!]

Viel Zeit habe ich investiert und mein Roman war schließlich fertig geschrieben. Nach einer Reifezeit habe ich ihn nochmal überarbeitet. Dann habe ich ihn meinen Testlesern gegeben. Erinnerst du dich? Genau, in die Hände von Elon und Felix. Und die haben exakt das getan, was auch der Orkan mit meinem Gewächshaus angestellt hat. Mir die Stellen gezeigt, wo es hakt, wo es nicht stimmig ist, wo es unverständlich ist. Sie haben an den Schwachstellen angesetzt, und dann lagen die Kapitel wie ein Scherbenhaufen vor mir. Rote Kringel, grüne Kreise, blaue Kästchen, … Testleser können diesbezüglich sehr kreativ sein.

Und was jetzt? Gebe ich auf? Entsorge ich den Roman?
Nein!
Das Grundgerüst meines Romans steht ja noch. Jetzt heißt es die Scherben einzusammeln, den Orkan abzuwarten, um dann neue, bessere Kapitel einzusetzen. Wenn ich damit fertig bin, dann kommt der nächste Sturm. Aber vielleicht wird es auch nur eine leichte Sommerbrise.

Ist Lesen Zeitverschwendung?

Es ist 12:30 Uhr – Mittagspause – ich greife zu einem Buch oder meinen Ebook-Reader. Ich fange an zu lesen, dann folgen die ersten Kommentare meiner Kollegen. „Lesen ist doch Zeitverschwendung“ oder „Mir ist das zu anstrengend“ oder „… zu langweilig“ Eine Augenbraue zieht sich bei mir nach oben … Du verstehst nicht, warum ich lese? Nun, hier sind einige Gründe, weshalb ich gerne lese (und das mitnichten nur in der Mittagspause).

#1 Lesen bildet
Ich interessiere mich für viele Themen, zu denen ich dann oft längere Artikel oder auch Sachbücher lese. Ob Technik, Medizin oder ferne Länder. Mein Horizont erweitert sich ganz automatisch. Das Gehirn hat mit jedem gelesenen Buch weitere Informationen, die es miteinander verknüpfen kann. Neue Ideen können entstehen. Was auch wichtig für den nächsten Punkt auf meiner Liste ist.

#2 Lesen hilft beim Schreiben
Durch das Lesen von Sachbüchern oder Romanen wächst ständig mein Wortschatz an. Das Gefühl für die Sprache und der Schreibstil werden immer besser. Die Kommunikationsfähigkeit verbessert sich ebenfalls zum Vorteil.

#3 Lesen ist günstig
Klar, ein Hardcover für 25€ ist eine Menge Geld. Aber es muss ja nicht immer neu sein. Viele Bücher, teilweise auch absolute Neuheiten, gibt es gebraucht z.B. bei Booklokker oder Amazon für einen Bruchteil des Neupreises. Auch ein Gang in die Bibliothek lohnt sich, da man dort in der Regel nichts oder nur eine geringe Jahresgebühr für den Leihausweis bezahlen muss. So halten sich meine Kosten in Grenzen.

#4 Lesen ist großartige Unterhaltung
Ob es ein Erlebnis im finsteren Mittelalter ist, oder es mich in der Geschichte auf den Mars verschlägt. Das ganze Abenteuer passt bequem in meine Tasche und kann jederzeit von mir betreten werden. Und dazu noch ohne jede Werbeunterbrechung.

#5 Lesen macht kreativer
Die Vorstellungskraft wird beim Lesen geschult. Mein Kopf(kino) lässt die Bilder zum Text selbst entstehen. Ich bekomme nichts vorgekaut, wie das z.B. bei einem Kinobesuch der Fall wäre.

#6 Lesen reduziert Stress
Bis zu meiner Mittagspause kann es enorm hektisch gewesen sein. Also Buch aufschlagen und abschalten. Abtauchen in fremde Welten und den bisherigen Arbeitstag hinter mir lassen. Danach bin ich wie ausgewechselt und der Rest des Arbeitstages kann kommen.

#7 Lesen hilft beim Einschlafen
Auch wenn der Arbeitstag komplett hinter mir liegt, hilft mir das Lesen. Oft genug kreisen noch meine Gedanken um die Geschehnisse des Tages. Also Buch auf und wieder abschalten.

Nur zur Information, da die Frage bestimmt gekommen wäre: Ich lese im Durchschnitt 1 Buch pro Woche. Mal etwas länger, mal etwas kürzer. So komme ich über das Jahr auf 50-60 gelesene Bücher. Dazu empfehle ich einen interessanten Artikel von Tim, der ein super Blog hat. Der Link ist unter diesem Artikel zu finden.

Ist für dich Lesen Zeitverschwendung? Oder erkennst du dich in meinen Punkten wieder? Hast du ganz andere Gründe die dich zum Lesen motivieren? Dann lass sie mich wissen. Ich freue mich über deinen Kommentar.

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Aufschieberitis

Es ist Wochenende. Endlich hast du Zeit. Du sitzt hoch motiviert am Rechner und nun soll es losgehen. Der Roman, der dir seit geraumer Zeit im Kopf rumgeistert, soll zu Papier gebracht werden. Du träumst schon davon, wie du das fertige Buch für deine Leser auf Lesungen signierst. Die Verkaufszahlen sind gigantisch und finanziell hast du ausgesorgt. Dein Schreibprogramm ist geöffnet und du willst direkt loslegen, da gibt es das vertraute PLING deines Email-Programms – eine Email ist eingetroffen – die kannst du ja noch schnell lesen, dann geht es aber auch wirklich los. Na gut, noch eben rasch bei Facebook reinschauen, wenn du schon dabei bist. Twitter erledigst du natürlich auch gleich mit. Ein interessanter Link… das Telefon klingelt… und plötzlich sagst du dir: Morgen ist ja auch noch ein Tag!

Ablenkungen abschalten! Einfach mal das Netzwerkkabel abziehen, das Kabel vom Telefon gleich mit. Schild an die Tür: Bitte nicht stören! Simpel, aber wirkungsvoll.

Am nächsten Tag siehst du das Endprodukt förmlich vor Augen. Deinen Roman. 500 Seiten sollte er ja schon mindestens haben … eine Trilogie oder ein ganzer Zyklus wäre eigentlich noch besser …
Es ist ja klar, dass du den Roman nicht am Stück schreiben wirst. Aber am Ende liest den dann vielleicht doch niemand. Zweifel kommen auf und die vergeudete Zeit hättest du dann sinnvoller nutzen können. Da meldet sich dein Email-Programm wieder… PLING Ein Freund hat dir einen Link zu einem unterhaltsamen Youtube Video geschickt. Du klickst… Du sagst dir: Morgen, ja morgen geht es aber wirklich los.

Angst vor dem Erfolg?

Du kommst nach Hause. Ein 10-Stunden-Arbeitstag deines Brotjobs liegt hinter dir. Dein Schreibprogramm ist wieder geöffnet. Du gehst in Gedanken, nicht zum ersten Mal,  deine Geschichte durch. Noch bevor du ein Wort geschrieben hast, musst du zur Sicherheit nochmal in einen deiner Schreibratgeber nachschlagen, wie man die Sache mit dem Anfang am besten löst. Schreibe nicht über das Wetter, lasse deinen Protagonisten nicht aus dem Fenster schauen. Du willst schließlich keine Fehler machen. Du willst einen perfekten Roman abliefern.

Perfektionismus ist verkleidete Aufschieberitis. Werde unperfekter!

So ziehen die Tage und Wochen ins Land. Von deinem Roman ist noch kein einziges Wort geschrieben. Du könntest jederzeit anfangen … Aber ohne es zu merken, bist du in der Aufschieberitis-Falle gefangen.

Meine Lösungsvorschläge:

  • Anstatt gleich den Roman als Ganzes zu betrachten, solltest du ihn in kleine Teilaufgaben zerlegen. Entwickel deine Charaktere, plotte deine Handlung. Wenn du recherchieren musst, dann kommt das ebenfalls als Teilaufgabe auf deine Liste, die du Stück für Stück abarbeitest.
  • Gönne dir auch eine Belohnung, wenn du eine Teilaufgabe deines Romans erledigt hast. So bleibst du motiviert. Definiere diese Belohnungen aber vorher!
  • Schaffe dir Rituale (eine Tasse Kaffee zum Anfang, den Bleistift anspitzen, …). Das Gehirn lässt sich leicht in einen Zustand bringen, wo du quasi von selbst schreibst. Gewohnheit ist alles!
  • Schreibe nicht nach deinem Brotjob. Die meisten sind danach völlig ausgelaugt. Stehe täglich eine Stunde eher auf. Beginn dein Ritual und dann hau in die Tasten. Der frühe Vogel fängt den Wurm. Und der frühe Autor schreibt mehr Text.
  • Beseitige Zweifel. Wenn dir Ideen fehlen, dann nutze Kreativitätstechniken (z.B. die AIM), mangelnde Rechtschreibung kann man durch Lernen verbessern, ansonsten gibt es ja auch noch das Korrektorat.
  • Dein Roman muss nicht perfekt sein, denn den „perfekten Roman“ gibt es nicht. Du wirst immer Stellen finden, wo du nochmal eben was ändern musst. Hier ein Wort, dort ein Satz und der Roman wird und wird nicht fertig. Also werde unperfekter.

Bist du immer noch in der Aufschieberitis-Falle gefangen? Dann befreie dich JETZT. 😉
Über Kommentare freue ich mich natürlich auch zu diesem Thema.

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