Das (Garten)Leben und das Schreiben

Noch müde vernahm ich heute das muntere Trällern der Vögel in den Bäumen vor meinem Haus. Sonnenstrahlen schienen durch die Ritzen der Rollläden und verkündeten damit den Beginn des Frühlings.

Der endlose Winter wurde nunmehr offiziell vertrieben. Lange habe ich diesen Zeitpunkt herbeigesehnt.

Nach dem Frühstück war ich nicht mehr zu halten und trat den Weg in den Garten an.

 

Endlich hatte ich Gelegenheit, meine überfälligen Pläne in die Tat umzusetzen. Seit langem habe ich ein Bild vor Augen, wie der Garten gestaltet werden soll. Gerüstet mit Schubkarre, Spaten, Schaufel und allerlei anderen Geräten, machte ich mich ans Werk. Ich fing an zu graben, Erdreich von A nach B zu transportieren, legte Beete an und erfreute mich am Ende des Tages über das erreichte Etappenziel.

 

Nach der Gartenarbeit wurde mir heute etwas bewusst.

 

Es gibt erstaunliche parallelen zwischen der Gartenarbeit und dem Schreiben.

Alles fängt mit einer Idee an. Man skizziert, plant und plottet. Man legt sich sein Werkzeug zurecht und dann beginnt man.

Was im Garten der Spaten ist, ist beim Schreiben die Tastatur. Statt im Beet Pflanzen zu setzen, schreibt man Wörter in seinen Editor. So zeigt sich nach und nach ein Bild von seiner Vorstellung, das man anfangs hatte.

Es kommt aber vor, dass die ursprüngliche Idee nichts taugt. Also wird Erdreich von A nach B transportiert und Blumen werden umgesetzt. In meinem Text verschiebe ich ein Wort, einen Satz oder auch ein Kapitel dorthin, wo es besser aufgehoben ist. Und auch beim Schreiben freue ich mich anschließend über das erreichte Tagesziel.

 

Damit enden die Gemeinsamkeiten aber noch nicht.

 

Denn bis der Garten blüht vergeht einige Zeit und ein Roman schreibt sich auch nicht an einem Tag. Es ist noch eine Menge arbeit zu verrichten, bis man dieses Ziel erreicht hat. Viel Erdreich muss noch bewegt werden. Unzählige Pflanzen warten auf ihren endgültigen Platz an der Sonne. Und das Unkraut … oh jeh …

 

In diesem Sinne, ich werde jetzt noch ein paar Adjektive zupfen.

7 Antworten auf „Das (Garten)Leben und das Schreiben“

    1. Garten”arbeit” ist doch was schönes, finde ich jedenfalls. Dabei kann ich genauso gut abschalten, wie das auch beim Schreiben der Fall ist. Und was gibt es besseres als im blühenden Garten zu schreiben. 🙂

  1. oh. jetzt weiß ich endlich, warum das mit dem roman bei mir nicht klappt und stattdessen immer nur kurze blog-artikel entstehen 😉

    ich hätte das bild einer englischen parkanlage im kopf. streichholzkurzer, dichter rasen, prächtige rosen, in tierform geschnitzte buchsbäume…
    dann blicke ich in die realität, also meinen garten: wildwachsende büsche, mit moos, löwenzahn, gänseblümchen und sonstigem (un)kraut übersäte wiese, bäume, die noch nie eine astschere gesehen haben.
    ok – naturbelassen ist auch schön. lege ich eben ein staudenbeet an. gesagt. getan.
    am nächsten morgen: nacktschnecken habe alle jungen pflänzchen dem erdboden gleichgefressen und ein reh (ich wohne am waldrand) kaut noch genüsslich an der letzten staudenblüte. nun gut, dann probiere ich es eben mit kräutertöpfen am fensterbrett…

    1. Hallo Kakuko,

      vielen Dank für deinen netten Kommentar, über den ich mich sehr gefreut habe. 🙂
      Mein Garten ist aber auch weit von einer Parkanlage entfernt. Eine naturbelassene Wiese, ein Totholzzaun und ganz frisch eine lose Steinmauer laden die Insekten zum verweilen ein. Rehe knabbern hier (noch) nichts an, auch wenn ein Bekannter zwei Straßen weiter desöfteren Rehe in seinem Garten zu Besuch hat. Hier ist ein kleiner Stadtwald in unmittelbarer Nähe…
      Dafür kann ich ebenfalls mit Nacktschnecken dienen und das nicht zu knapp. Und Feldhasen hoppeln hier auch oft über die Wiese.
      Manches muss man eben einfach gewähren lassen, dann klappt es auch mit dem Roman. 😉

      Gruß und noch einen schönen Pfingstmontag!
      Sascha

  2. hallo sascha,
    mit hasen kann mein garten nicht dienen, aber im winter meist mit zwei fasanen 😉
    sag mal, gibt’s von dir außer deiner vorstellung und den haikus noch andere geschichten? habe in deinem blog leider nichts gefunden. mir gefällt dein schreibstil – ich finde ihn sehr unterhaltsam und würde gern mehr von dir lesen!
    liebe grüße aus wien und schönen wochenstart!
    tanja

    1. Hallo Tanja,

      die Hasen scheinen sich dann wohl alle bei mir aufzuhalten, dafür lässt sich hier kein Fasan blicken. 😉

      Es freut mich das dir mein Schreibstil gefällt. Vielen Dank für das Lob.
      Weitere Geschichten gibt es auf meinem Blog nicht zu lesen. In der Vergangenheit sind aber einige meiner Geschichten in diversen Zeitschriften und Anthologien erschienen. Zur Zeit überarbeite ich meine Kurzgeschichten, um diese dann als eBook zu veröffentlichen. Ich kann dich ja zu meiner Testleserin machen.

      Übrigens, ich war auf deinem Blog, den ich gleich abonniert habe. Denn seit einiger Zeit stelle ich Schritt für Schritt meine Ernährung um. Weg vom Fleisch, hin zur vegetarsichen Kost. Wobei vegan das Ziel ist. Da war dein Besuch bei mir (und der daraus resultierende Gegenbesuch meinerseits) ein Glücksfall, da ich ohne zu suchen auf jede Menge Rezepte gestoßen bin. 🙂

      Ich wünsche dir auch einen schönen Wochenstart und ich bin sicher, wir lesen in Kürze wieder voneinander.

      Liebe Grüße nach Wien.
      Sascha

  3. Guten Tag, lieber Sascha
    ich lese hier auch öfter rein und es gefällt mir immer wieder.
    Manchmal lese ich es doppelt. Es ist zeitlos, gilt immer, was IHR alle so schreibt.
    Danke sehr herzlich
    Tine grüßt
    Ihr findet mich unter http://www.literatur-treff-gruenau.de
    (Wir sind ein Team)
    sowie unter FB und twitter, Grünauer Geschichten.
    Leide an Suchitis. Lach und Aufschieberitis.

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